Gemeinde steigt in die lokale Alkoholpolitik ein
Viola Schubert und Michael Ilg führten anschließend aus, dass in Baden-Württemberg etwa 270 000 Personen alkoholabhängig sind. 2008 starben in Baden-Württemberg 1.403 Menschen an den Folgen ihres Umgangs mit Alkohol. Immer mehr Jugendliche betrachten Rauschtrinken als Teil ihrer Wochenendgestaltung. Aber nicht nur die Jugendlichen, die bis zur Bewusstlosigkeit trinken, sind ein Problem, auch im Alltag von Erwachsenen ist riskanter Alkoholkonsum ein fester Bestandteil.
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 20 Jahren, die aufgrund einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, hat sich bundesweit zwischen 2001 und 2007 von etwa 9.500 auf über 23.000 mehr als verdoppelt.
Und auch unter den Erwachsenen ist in diesem Zeitraum die Zahl der Rauschtrinker um 10 % angestiegen.
Weiter sagte Viola Schubert, dass die Polizei im Landkreis Tuttlingen im Jahr 2008 29 Mal gegen betrunkene Personen einschreiten musste und bis November 2009 bereits 212 Mal.
Hierbei ist eindeutig festzustellen, dass die Schwelle für den Einsatz von Gewalt immer brutaler ausgeübt wird, betonte Polizeihauptkommissar Michael Ilg.
Zusammen mit Viola Schubert und Michael Ilg erarbeiteten die Anwesenden dann verschiedene Punkte für eine lokale Alkoholpolitik. Alle waren sich einig darüber, dass Alkoholprävention nur wirksam ist, wenn sie langfristig angelegt ist und zu einem verbindlichen Handeln aller Beteiligten führt. Denn erst bei einer im Gemeindealltag verankerten Alkoholprävention kann von einer lokalen Alkoholpolitik gesprochen werden.
Als ersten Schritt soll deshalb eine Situationsbeschreibung erfolgen.
Silke Öttl (Sportheim) und Kurt Brugger (Modellfluggruppe) befassten sich mit dem Thema „Wo gibt es Probleme mit dem Alkohol in der Gemeinde“?
Markus Seeh (Gemeinderat) und Thomas Zenger (Narrenverein Schwandorf) fragen Ausschankkriterien bei Vereinsveranstaltungen ab und erarbeiten Kriterien für den Ausschank von Alkohol an Jugendliche.
Rolf Hasselbach und Fritz Hensler (Schwäbischer Albverein) setzen sich mit dem Thema auseinander ‚Welche positiven Anreize für einen verantwortlichen Umgang mit Alkohol geschaffen werden können’.
Am 3. Mai treffen sich alle Beteiligten wieder im Rathaus, um dann darüber zu diskutieren und Vorschläge zur erarbeiten, auf deren Grundlage der Gemeinderat Maßnahmen beschließen kann.
Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten für ihre konstruktive Mitarbeit.

|